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| Ein Hund ist ein Tier, das innig
geliebt wird, er wird häufig als "Partner des Menschen" tituliert. Er wird umsorgt, er wird behütet, aber ob er wirklich glücklich ist, das
können wir nur erahnen. Alles kein Vergleich zur Hundehaltung im kultiviertem Land, wo der
pervertierte Mensch sich erdreistet Die meisten Berner Sennehunde werden sich ihr Leben lang nach dem Anblick einer satten, grünen Alm sehnen. Huskys liegen allein auf dem Wohnzimmersofa, keine weiteren Rudelgenossen passen in das kleine Apartment. Das ziehen von Hundeschlitten über Eis und Schnee wird ein unerfüllter Lebenstraum für den muskellosen, in Hochglanzfell stehendem Husky mit seinen blauen Augen, bleiben. Ein autoritativer Grund ist, dass der fashionable Mensch ein Vorzeigeprodukt in seinen Besitz nimmt, dass er föhnen, strähnen, pudern und stylen lässt, damit diese arme Kreatur von Kopf bis zum Schwanz in feinster Eleganz auf den bedeutsamen Ausstellungen mit einem "vorzüglich" ausgezeichnet wird. Dem selbstsüchtigen Besitzer schwellt die Brust, wenn er eine Urkunde und einen Pokal überreicht bekommt. Dieser findet seinen Platz in einer Vitrine: Das baldige Aktiva auf seinem Konto sieht er vor seinem geistigen Auge. Ausstellungen und sportliche Wettkämpfe haben schon so manche Hündin zur Brutmaschine mutieren lassen und so manchem Rüden zum Aufspringer auf «Hund komm raus» gemacht. Zahlreiche Jagdhunde kennen einen röhrenden Hirsch nur als Bild an der Schlafzimmerwand. Stadtdackel tippeln von einer Laterne zur nächsten und glauben, Dachse sind bereits völlig ausgestorben. Der Lebensraum der Stadthunde ist stark eingeengt. Das geht dem Erben des Wolfes stark an die Psyche. Jedoch ist Canis lupus familiaris überaus anpassungsfähig. Das schnüffeln an den Schuhen, guter satter Ledergeruch, leckere Gummisohlen, weiche Flauschpantoffeln, das alles bereitet den Stubenwölfen schon Hochgenuss. Wird er endlich Gassi geführt, seine Sinne scheinen fast zu explodieren: Die gute Luft, Wind weht über sein Fell, oder die warmen Strahlen der Sonne sorgen für ein Wohlgefühl, auf das er lange und geduldig gewartet hat. Frauchen oder Herrchen geben das Signal "Gassi gehen". Strassenbäume, die hundliche "Lokalpresse" ihrer Reviere werden erst einmal gründlichst studiert. Der von einer permanenten Hektik geprägte Besitzer, zieht schon nach einem kurzen Augenblick ungeduldig an der Leine. Doch hier versagt der Gehorsam, bis zum letzen Geruchs-Partikel wird jede noch so kleine Änderung im Bezirk erschnüffelt. Müllsäcke, Hecken und Mäuerchen, das kräftige Gebell oder das heisere Kläffen der Artgenossen, alles wird registriert. Und dann dieser markante Duft! Viele Felle sind heute wieder unterwegs. Wedelnde Schwänze, hübsche Hintern von Hündinnen, all das freut den Stadthund und lässt ihn für kurze Zeit richtig aufleben. Weil es Hundegenossen gibt, die mit diesen kurzen Ausführungen nicht zufrieden sind, die den Rest des Tages in ihren Zwingern gelangweilt herumliegen, werden diese Typen häufig auffällig, was ihr Verhalten betrifft. Der Besuch beim Hundeausbilder soll für Abhilfe sorgen. In einigen Fällen gelingt es auch, "resozialisieren" ist angesagt. Assoziiert sich der Besitzer mit seinem Hund nicht, ist das Scheitern vorausgesagt, hier braucht man kein Prophet zu sein. Und hier endet die Beziehung Mensch und Hund. Das Tier kommt in ein Tierheim. Der Mensch, der sich keiner Schuld bewusst ist, der die sach- und fachgerechten Aussagen des Hundeausbilders in seiner arroganten Art in den Wind schlägt, ja der über seine Ignoranz zur Hochform aufläuft, sich fragt, wie kann sich jemand erdreisten sein Wissen und Handeln zu tadeln; trotzt wie ein kleines Kind und sagt: jetzt erst Recht! Er wird sich wieder einen Hund kaufen. Der Kreislauf beginnt von vorne. Es ist durchaus möglich, dass der Einwand des Hundefachmanns Wirkung zeigt, einen Hund sich nicht permanent selbst zu überlassen, abgesehen von ein paar kurzen Spaziergängen, oder für die Vorbereitung eines Wettkampf oder zur Hundeshow aus dem Zwinger zu lassen. Der Hund darf jetzt mit ins Haus. Werden hier die Regeln, die das Rudelleben so mit sich bringt, nicht exerziert, wird auch diese Beziehung nicht lange Bestand haben. Sitzt der Hund auf dem Sofa, breitet sich in seiner ganzen Pracht und Herrlichkeit aus, knurrt seinen IHM «untergebenen» Menschen an. Der Hundehalter hat wieder versagt. Das sein Besitzer eine Niete war, ist gravierend. Im Tierheim wartet der «unverstandene Hund» auf einen neuen, verständnisvollen, kompetenten "Partner" Mensch, der ihm ein Hundeleben gewährt, um alt und grau zu werden...... |
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